Die IG Metall zeigt sich überrascht über die kurzfristige Insolvenzanmeldung der Atlas GmbH. Weder dem Betriebsrat noch dem Wirtschaftsausschuss oder der IG Metall liegen derzeit Informationen vor, die diesen Schritt nachvollziehbar machen würden.
„Uns überrascht die Insolvenzanmeldung des Unternehmens. Bis heute gibt es keinerlei belastbare Informationen, die erklären würden, warum die Firma ein Insolvenzverfahren anstrebt“, sagt Arne Bischoff, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Oldenburg.
Noch Ende des vergangenen Jahres habe das Unternehmen Gespräche über mögliche Kurzarbeit geführt – diese Vereinbarung sei zum Jahreswechsel jedoch überraschend vom Arbeitgeber gekündigt worden. Anschließend habe die Gesellschafterin eine Restrukturierung angekündigt, jedoch ohne konkrete Inhalte offenzulegen oder mit dem Betriebsrat in Verhandlungen einzusteigen.
„Die nun erfolgte Insolvenzanmeldung mit dem Hinweis auf angebliche „strukturelle Probleme“, ohne diese zu benennen, wirkt auf uns befremdlich. Wir können derzeit nicht einschätzen, wie gefährdet der Fortbestand des Unternehmens wirklich ist“, so Bischoff weiter.
Die IG Metall kündigt an, gemeinsam mit dem Betriebsrat alle notwendigen Informationen einzufordern, um die Lage sachlich beurteilen zu können. Für die Mitglieder im Betrieb habe der Schutz ihrer Arbeitsplätze oberste Priorität.
„Wir empfehlen allen Beschäftigten, sich jetzt bestmöglich abzusichern. Eine starke gewerkschaftliche Organisation ist der Schlüssel, um geschlossen auf Restrukturierungspläne oder mögliche Investorenvorhaben reagieren zu können“, betont Bischoff.
Mit Blick auf Arbeitgeber, Gesellschafterinnen und potenzielle Investoren fordert die IG Metall volle Transparenz über die Hintergründe des Insolvenzverfahrens. Zudem müsse das Unternehmen seine bislang auf Vermeidung von Mitbestimmung ausgerichtete Linie aufgeben.
„Wir erwarten einen klaren Bruch mit der bisherigen Praxis, Betriebsräte zu umgehen. Transparenz, Respekt vor Mitbestimmung und eine Offenheit für Tarifbindung sind jetzt zwingend notwendig“, erklärt Martina Bruse, 1. Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Oldenburg.
Die heute erfolgte Abberufung des bisherigen Geschäftsführers wertet die IG Metall als „erstes positives Signal“ für einen möglichen Kurswechsel.