Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Atlas GmbH und der offiziellen Ankündigung des Einstiegs der kanadischen Buhler Versatile (Teil der türkischen ASKO Holding) beginnt für die Beschäftigten der Atlas Gruppe eine Phase großer Unsicherheit – aber auch eine Chance für einen echten Neustart. Die IG Metall Oldenburg begrüßt den Invest als wichtiges Signal für den Fortbestand des Traditionsunternehmens, warnt jedoch vor den möglichen Restrukturierungsmaßnahmen, die nach Einschätzung der Gewerkschaft deutlich zu weit gehen könnten.
Gewerkschaftssekretär Arne Bischoff von der IG Metall Oldenburg betont: „Der Einstieg der Buhler Versatile ist ein wichtiges und grundsätzlich positives Zeichen. Kapital und langfristige Perspektiven sind dringend notwendig, um Atlas wieder auf stabile Füße zu stellen. Aber ein Neustart gelingt nicht, indem man Belegschaften ausdünnt und Know-how aus dem Unternehmen drängt. Sollten tatsächlich 200 Arbeitsplätze abgebaut werden, käme dies einem Kahlschlag gleich.“
Im weiteren Prozess sind tiefgreifende Einschnitte in Strukturen und Personal möglich. Die IG Metall sieht dies kritisch und fordert eine Kurskorrektur. „Das detaillierte Erwerberkonzept ist uns bis heute nicht bekannt. Restrukturierung darf nicht zum Selbstzweck werden. Wir werden nicht akzeptieren, dass Beschäftigte die Zeche für Managementfehler der Vergangenheit zahlen. Die IG Metall wird in diesem Prozess mit aller Kraft für den Erhalt der Arbeitsplätze ihrer Mitglieder kämpfen.“ so Bischoff weiter.
Klare Erwartung: Tarifbindung wie bei anderen ASKO-Unternehmen
Die IG Metall fordert vom neuen Eigentümer eine eindeutige Haltung zur Tarifbindung.
In anderen Unternehmen, mit denen die ASKO Holding zusammenarbeitet – etwa bei Claas – sind Tarifverträge selbstverständlich und Grundlage für stabile Beziehungen zwischen Beschäftigten und Eigentümern. Martina Bruse 1. Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Oldenburg formuliert die Erwartung der Gewerkschaft deutlich: „Wenn ASKO es ernst meint mit einem nachhaltigen Engagement bei Atlas, dann erwarten wir dieselbe Offenheit für Tarifverträge, wie sie bei anderen Partnerunternehmen Standard ist. Tarifbindung schafft Verlässlichkeit, sichert Fachkräfte und ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Zukunft.“
IG Metall fordert Transparenz und Beteiligung
Die Gewerkschaft erwartet vom neuen Investor eine offene Kommunikation und die frühzeitige Einbindung der Arbeitnehmervertretungen in alle weiteren Schritte. Bruse abschließend: „Die Beschäftigten haben ein Recht darauf zu wissen, wie es weitergeht. Wir erwarten Transparenz, Respekt und echte Mitbestimmung. Nur gemeinsam kann der Neustart der Atlas Gruppe gelingen.“