Der Betriebsrat und die IG Metall Oldenburg kritisieren die von BDR Thermea angekündigte strategische Neuausrichtung und den damit verbundenen Abbau von insgesamt rund 203 Arbeitsplätzen in Deutschland scharf. Die geplante Einstellung der Wärmeerzeugerproduktion in Rastede und Schweinfurt bis Ende 2026/Anfang 2027 sei aus Sicht der Arbeitnehmervertretungen weder wirtschaftlich nachvollziehbar noch zukunftsorientiert.
„Der Abbau ist auch die Folge jahrelanger Konzern-Management-Fehlentscheidungen – nicht der Marktentwicklung“, ordnet Martina Bruse, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Oldenburg die Ankündigung es Unternehmens ein. Betriebsrat und IG Metall weisen entschieden darauf hin, dass die aktuellen Maßnahmen das Ergebnis strategischer Fehlentscheidungen der Unternehmensführung sind. Bereits vor 20 Jahren wurden in Rastede Wärmepumpen gefertigt. Hätte das Management langfristig investiert, wäre der Standort heute ein hoch innovativer Produktionshub mit starken Wachstumschancen. Die Entscheidung des Managements ein Werk in Frankreich zu schließen, führte im Anschluss zu massiven Lieferproblemen. Die dortige Schließung verursachte in Deutschland Lieferengpässe mit Folgen für Marktanteile und Kundenzufriedenheit und in der Konsequenz Umsatzeinbußen.
„Nun sollen die Beschäftigten für Fehlentscheidungen zahlen, für die sie nichts können. Das ist inakzeptabel.“, so Gorm Welzel, Betriebsratsvorsitzender August Brötje GmbH Rastede.
IG Metall: Deutscher Markt ist Zukunftsmarkt – Konzern ignoriert Wachstumschancen
Die IG Metall betont, dass die angekündigte Restrukturierung die enorme Bedeutung des deutschen Marktes und als Industriestandort völlig verkennt. Deutschland ist einer der größten Wärmemärkte Europas und steht vor einem massiven Transformationsschub. Die kommunale Wärmeplanung, die jetzt beginnt und bis spätestens 2028 abgeschlossen sein wird, wird die Nachfrage nach modernen Heizsystemen deutlich erhöhen. Der Austauschstau bei Wärmeerzeugern ist gewaltig und muss in den nächsten Jahren sukzessive aufgelöst werden. Davon profitieren Wärmepumpen ebenso wie effiziente Gasthermen.
„Wer sich jetzt aus der deutschen Produktion zurückzieht, kapituliert vor einem Markt mit riesigem Potenzial. Das ist kurzsichtig und gefährlich.“, erklärt Martina Bruse, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Oldenburg zur aktuelle angekündigten Fehlentscheidung des Unternehmens.
Service-Ausbau in Rastede ist richtige Richtung – aber kein Ersatz für industrielle
Substanz
Der geplante Ausbau des Standorts Rastede zu einem zentralen Service-Hub mit 40 neuen Arbeitsplätzen wird grundsätzlich begrüßt. Dem stehen allein in Rastede 108 abzubauende Arbeitsplätze gegenüber.
Für Betriebsrat und IG Metall ist klar:
Es droht ein massiver Verlust von Know-how, Innovationskraft und Bindung zum Markt. „Service stärken ist richtig – aber Service ersetzt keine industrielle Wertschöpfung und keine 108 Arbeitsplätze in Rastede“, so Gorm Welzel, Betriebsratsvorsitzender August Brötje GmbH Rastede.
Forderungen von Betriebsrat und IG Metall
Die Arbeitnehmervertretungen erwarten vom Unternehmen die Vorlage realistischer Alternativen zum Abbau inklusive Prüfung moderner Fertigungskonzepte, Mischmodellen und neuer Produktlinien. Es bedarf echter Investitionen in den deutschen Standort – nicht Abwicklung, sondern Modernisierung. Dies gelingt mit technologisch marktgerechten Produkten für den deutschen Kundenbedarf als Basis für nachhaltigen Erfolg im einem der größten EU-Wärmemärkte. Die Verhandlungen müssen transparent und ergebnisoffen geführt werden, während für den Fall unvermeidbarer Auswirkungen auf die Beschäftigten am Standort die Sozialverträglichkeit der Maßnahmen garantiert sein muss.